Bildstock

Kleines religiöses Denkmal an Wegen und Fluren, oft als Gebets-, Erinnerungs- oder Dankzeichen errichtet.

Ein Bildstock ist ein freistehendes kleines religiöses Denkmal, das besonders im katholisch geprägten Mitteleuropa an Wegen, Fluren, Ortsrändern oder Wegkreuzungen vorkommt. Typisch sind ein Schaft oder Pfeiler und ein Aufsatz mit Nische, Relief oder Bild. Dargestellt werden etwa Christus am Kreuz, Maria, Heilige oder Szenen aus der Passion.

Funktion und Entstehung

Bildstöcke können aus sehr unterschiedlichen Anlässen errichtet worden sein: als Dank nach überstandener Gefahr, als Erinnerung an Verstorbene oder Unglücksfälle, als Zeichen eines Gelübdes oder als Station eines Prozessions- und Wallfahrtswegs. Deshalb lässt sich die Bedeutung eines konkreten Bildstocks nur aus Inschrift, Überlieferung und örtlicher Geschichte zuverlässig bestimmen.

Formen

Die Formen reichen von mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Steinbildstöcken bis zu gemauerten Nischen, kleinen Kapellen und jüngeren Metall- oder Holzkonstruktionen. In Franken, Bayern, Österreich, Böhmen und anderen Regionen entwickelten sich ausgeprägte lokale Bautraditionen.

Im Pilgeralltag

An historischen Pilgerwegen markieren Bildstöcke häufig Wegabschnitte oder laden zu einem kurzen Gebet ein. Sie sind nicht mit einem voll ausgestatteten Heiligtum gleichzusetzen, können aber Teil einer lokalen Andachts- und Prozessionstradition sein. Verwandt sind Wegkreuze, kleine Kapellen und Stationen eines Kreuzwegs.